Gib mir zu fressen, gib mir zu trinken und sorg für mich, und wenn des Tages Arbeit getan ist, gib mir Obdach, ein sauberes Lager und eine breite Box. Sprich zu mir, oft ersetzt deine Stimme die Zügel. Bitte sei gut zu mir und ich werde dir noch freudiger dienen und dich lieben. Reiß nicht am Zügel, greif nicht zur Peitsche, wenn es aufwärts geht. Schlage und stoße mich nicht, wenn ich dich missverstehe, sondern gib mir Zeit, dich zu verstehen. Halte mich nicht für ungehorsam, wenn ich deinen Willen nicht erfülle. Vielleicht sind Sattelzeug und Hufe nicht in Ordnung. Prüfe meine Zähne, wenn ich nicht fressen mag, vielleicht tut mir ein Zahn weh und du weißt, wie das schmerzt. Halte mich nicht zu kurz und kupiere meinen Schweif nicht, er ist meine einzige Waffe gegen Fliegen und Moskitos. Und wenn es zu Ende geht, geliebter Herr, wenn ich dir nicht mehr zu nützen vermag, lasse mich bitte nicht hungern und frieren und verkaufe mich nicht. Gib mir nicht einen fremden Herrn, der mich langsam zu Tode quält und mich verhungern lässt, sondern sei gütig und bereite mir einen schnellen und barmherzigen Tod. Gott wird es dir lohnen hier und in Ewigkeit. Lasse mich dies von dir erbitten und glaube nicht, dass es mir an Ehrfurcht gebricht, wenn ich es im Namen dessen tue, der in einem Stall geboren wurde. Amen
Ein Pferd zu verstehen ist nicht ganz einfach, schaust du aber mit deinem Herzen. Lässt allen Groll und alle vorhandene Wut und Entäuschung hinter dir, die du in deinem Leben erfahren musstest, hörst nur auf dein Gefühl. Und öffnest die Augen um in deinem Pferd einen Freund und Verbündeten zu sehen, und nicht deinen Untergebenen, erst dann wird sich die erste Tür öffnen, in eine Welt voller Vertrauen und tiefer Freundschaft.
Es ist nicht mein Weg ihr Pferd zu brechen, eine gute Pferde- Mensch Beziehung kann nur durch Vertrauen entstehen, Vertrauen entsteht aber nicht durch Zwänge oder gar Einschüchterung. Viele Pferden wird die Seele geraubt, da der Mensch in dem Glauben ist er müsse die Tiere Dominieren, dabei sind es doch gerade ihr Stolz und ihre Kraft warum sie uns so sehr faszinieren. Oft habe ich in meinem Leben Pferde gesehen deren Augen matt und ausdruckslos waren, Geschunden durch den Menschen legten sie Verhaltensweisen an den Tag, mit denen der neue Wegbegleiter nur schwer umgehen konnte. Ich bin jedem Pferdefreund dankbar der diesen Tieren dennoch eine Chance bietet, und wenn sie möchten begleite ich sie auf diesem teils schweren Weg ein Stück. Gemeinsam werden wir Wege finden, ihre Pferde-Mensch Beziehung zu festigen und gegeseitiges Vertrauen aufzubauen.